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Kaffee-Tipp: „Brenner“ von Basilius

Ich gebe es ungerne zu, aber dieses 100%-Arabica-Kaffee-Getue ist wohl mehr als ein reiner Marketinggag. Wahrscheinlich dürften sich die meisten Kaffeetrinker bei einem gewöhnlichen Arabica- oder Robusta-Kaffee, sich mehrheitlich für den ersteren entscheiden. Wobei das eine theoretische Frage ist. Dank der Massenware in den Supermärkten, dürfte es in Deutschland nämlich zwar Tonnen von gewöhnlichem Arabica geben, aber jeder reine Robusta ist etwas besonderes.

Und er ist durchaus noch selten.

Robusta streift zwar immer mehr das Manko des Füllmaterials ab, weil er deutlich günstiger als Arabica zu haben ist und deshalb früher bei 08/15-Röstungen gerne verwendet wurde. Und auch bei Spezialitätenröstungen findet guter Robusta oft nur als Teil einer Espressoröstung in die Tasse. Tatsächlich gilt er sogar als so typischer Bestandteil eines klassischen Espresso, dass er hier schlicht und einfach dazu gehört.

Reine Robusta-Röstungen wie der Brenner der Basilius Rösterei aus der Oberpfalz sind jedoch noch immer eine Seltenheit. Schade eigentlich, denn dieser Kaffee aus Ecuador macht echte Werbung für die Bohnenart.

Das beginnt schon bei der Zubereitung. Kaum Klümpchenbildung, das WDT-Tool kann ungenutzt liegen bleiben. Das erste Drittel des Shots ist tiefbraun, der Rest nimmt die hellbraune Farbe der Crema an. Eine sehr schöne Crema übrigens, die tatsächlich auch das hauptsächliche bittere Element dieses Robusta ist. Was Robusta-Fans allerdings nicht schrecken kann.

Ansonsten ist von der viel gefürchteten Bitterkeit einer Robusta nichts zu schmecken. Auf der Zunge spürt man zwar die typische Körnigkeit, aber Industrieröstungen wie z.B. die Supermarktvariante von Lavaza sind im Ergebnis deutlich bitterer.

Im Geschmacksprofil nennt Basilius „Haselnuss, Karamell“. Für mich dominierte vor allem die Karamell-Noten, allerdings ebenfalls erstaunlich leicht. Er ist somit der ideale Kaffee für all jene, die es zum ersten Mall mit einem Kaffee aus 100% Robusta probieren möchten.

Insgesamt also fast ein untypischer Robusta, aber ein sehr guter Kaffee.


Disclaimer: Der Autor arbeitet für ein Unternehmen, für das Basilius Kaffee röstet. Der besprochene Kaffee gehört allerdings nicht dazu.

Veröffentlicht in Der ganze Rest

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