Eigentlich habe ich nur nach einer französischen Euro-Münze gesucht, die Sam und Frodo bei ihrem Aufbruch aus dem Auenland zeigt. Als alternative Fragen wurden mir von Google in den Suchergebnissen dann folgendes vorgeschlagen:

Jetzt könnte ich alter weißer Mann eine lange Tirade darauf halten, dass heute offenbar alles queer sein muss. Aber was hier aufschlägt, ist kein wirklich neues Phänomen.
Ein paar Jahre vor der Jahrtausendwende haben wir in der Schule eine Kurzgeschichte von Edgar Allan Poe gelesen. Der Doppelmord in der Rue Morgue, vielleicht nicht das bekannteste Werk von Poe, aber doch eines seiner wirkmächtigsten. Kein Sherlock Holmes, kein Columbo oder kein Hercule Poirot hätte es ohne diese Erzählung gegeben. Denn obwohl man Poe allgemein als Autor von Horrorgeschichten kennt, begründete er mit dieser Geschichte das Genre des Detektivromans.
Die Hauptfiguren der Geschichte sind zwei Männer, zwei Freunde, zwei enge Freunde. So eng, dass damals eine intellektuell nicht gerade gesegnete Mitschülerin – davon gab es männlich, wie weiblich viele – die Frage stellte, die wahrscheinlich auch einigen anderen auf der Zunge lag: „Sind die schwul?“
Ich rollte die Augen nach oben, da bin ich mir auch mehr als 20 Jahre später absolut sicher, und gab einen Seufzer von mir. Dankenswerterweise übernahm es die Lehrerin zu erklären, dass man zu Zeiten von Poe eben anders über Freundschaften schrieb. Ja, manchmal verwendete man sogar das Wort „Liebe“, weil man in einer Zeit lebte, in der man sich noch bewusst war, dass es im Lateinischen mehrere Worte für Liebe gab. Amor (leidenschaftliche Liebe, Verlangen) und Caritas (hochschätzende, wertgeschätzte Liebe). Weitere wichtige Begriffe waren dilectio (Hochschätzung), affectio (Zuneigung) und pietas (innige Liebe/Frömmigkeit). Vor allem gab es nicht die heute übliche Gleichsetzung von Liebe und Sex. Man konnte jemanden – außerhalb der Familie – lieben, ohne das man daran dachte, wann man ihn flach legen konnte.
Freilich gibt es durchaus auch Autoren aus den vergangen Jahrhunderten, die hier mit dem Überschreiten der Grenze spielt. Sheridan Le Fanus‘ Carmilla ist hier ein gutes Beispiel.

Der Prototyp des literarischen Detektivs, C. Auguste Dupin, und der anonyme Erzähler von Poe’s Geschichte, waren solche Gedanken allerdings fremd.
Und auch J. R. R. Tolkien hätte jeglich Andeutung einer homosexuellen Verbindung zwischen Frodo und Sam – wahrscheinlich zutiefst beleidigt – von sich gewiesen. Was Sam an Frodo bindet, ist eine Loyalität, wie sie eine tiefe Freundschaft erzeugt. Eine Freundschaft, zu der man heute wahrscheinlich nur noch in Ausnahmefällen in der Lage ist. Und eine Freundschaft, die man in der heutigen Welt der Oberflächlichkeit offenbar auch gar nicht mehr verstehen kann.
Ich finde das sehr traurig, und ich bin auch froh, zu jenen Menschen zu gehören, die eine so tiefe Freundschaft pflegen. Das empfinde ich als großes Glück.

Kommentare