Der Lebenslauf
„In der schwarzen Nacht der Seele ist es immer drei Uhr morgens, Tag für Tag.“
F. Scott Fitzgerald
Zu den Menschen, die mich in meiner Kindheit geprägt haben, gehörte eine ostpreußische gläubige Großmutter. Eine emsig arbeitende Mutter und Ehefrau, bis sie der dunkle Schleier von Alzheimer erfasste. Die Nachmittage verbrachte ich als kleines Kind immer bei ihr, denn in einer Arbeiterfamilie ist das Geld knapp und wenn die Mütter arbeiten, tun sie das oft genug des Broterwerbs wegen, und nicht aus einer emanzipierten Laune heraus.
„Der eine Mensch wird früher fertig, der andere später, die Allerbesten wahrscheinlich niemals.“
Edgar J. Jung
Mit Entsetzen stellten meine Eltern irgendwann fest, dass der schlechte Schüler – der immer nur irgendwie durchkam – nicht weniger schlau war als seine Klassenkameraden, sondern einfach nur faul. Weshalb ich in der letzten Klasse der Hauptschule plötzlich damit anfing aus der Art zu schlagen und ein Studium, statt einer Ausbildung ins Visier nahm. Und obwohl ich diese Entscheidung heute bedaure, gelang es mir schließlich zum Erstakademiker der Familie zu werden.
„Can any of us fix anything? No. None of us can do that. We’re specialized. Each one of us has his own line, his own work.“
Philip K. Dick
Trotz eines praktischen Studiums der Wirtschaftsinformatik hatte ich dort bald den Ruf eines „intellektuellen Weichei“ weg. Ich hing auch der ein oder anderen Irrlehre (Liberalismus) an, nahm aber zumindest den Titel eines „intellektuellen Weichei“ doch als Auszeichnung an. Im Grunde bin ich das heute noch, wenn auch in einer Bandbreite, in der mir Lustige Taschenbücher ebenso vertraut sind, wie Dante’s „Göttliche Komödie“.
Mitgliedschaften
Ich habe eine Schwäche für Dinge, die aus der Zeit gefallen sind. Als stolzer Spross einer Arbeiterfamilie kann ich mit einer Gewerkschaft nichts anfangen und engagiere mich in der KAB als einen der Reste der einst stolzen katholischen Arbeiterbewegung. Oder bin meiner preußischen Seite genauso treu wie meiner bayerischen, in dem ich mir meiner ostpreußischen Herkunft bewusst bleibe. Und politisch bin ich Mitglied des Zentrums, der ältesten Partei Deutschlands, die die Geschicke des Landes bis zur Machtergreifung der Nazis entscheidend mitprägte, heute aber außerhalb von ein paar Gemeinden im Kunststaat NRW keine große Rolle mehr spielt.

Katholische Arbeitnehmer-Bewegung

Landsmannschaft Ostpreußen

Deutsche Zentrumspartei
Dazu passt vielleicht auch gut, dass ich – obwohl natürlich Demokrat – auch der Monarchie nachtrauere. Ein signiertes Foto von Herzog Franz von Bayern, der wäre 1918 nicht gewesen, heute als König in München residieren würde, neben einem alte Foto von Admiral Wilhelm Canaris, der für mich interessantesten historischen Persönlichkeit, auf meinem Schreibtisch nicht fehlen darf. Gleich neben einem alten Bild meiner Großmutter.